Bücherei-Standort: Kögel oder Pfleghof?

Bürgerentscheid am 8. März

Die Esslinger Bürgerinnen und Bürger haben am 8. März 2026 die Möglichkeit, selbst über den Standort ihrer Stadtbücherei zu entscheiden. Dafür ist entscheidend, dass sie über beide Optionen – Pfleghof oder Kögel – ausreichend informiert sind.

Die Website des Bürgerbegehrens bietet eine gute Übersicht:

Pfleghof

Ein Lieblingsort für Esslingen

Bereits 2019 gab es einen Bürgerentscheid zum Bücherei-Standort. Knapp 80 % der Wählerinnen und Wähler sprachen sich für den Verbleib der Bibliothek im Bebenhäuser Pfleghof aus. Dass dieser Bürgerentscheid wieder aufgehoben wurde, hat das Vertrauen vieler Bürgerinnen und Bürger in die Demokratie geschwächt.

Der Pfleghof steht auf dem Spiel

Im Falle eines Umzugs ist die Zukunft des Pfleghofs ungewiss. Bei geringeren Einnahmen und hohem Schuldenstand der Stadt Esslingen ist die Einrichtung eines »Kulturquartiers« im Pfleghof, wie vom OB und seinen Unterstützern ins Spiel gebracht, ein nicht realisierbarer Wunschtraum. Das naheliegende Resultat: Der Pfleghof steht auf unbestimmte Zeit leer oder wird am Ende sogar verkauft.

Historischer Standort mit vielen Möglichkeiten

Jahrelang wurde die dringend notwendige Modernisierung des Pfleghofs verschlafen. Dass das Gebäude aber viel Potenzial bietet, hat die Planung des renommierten Bibliotheksarchitekten Aat Vos im Jahr 2020 zweifelsfrei gezeigt.

Würde die Stadt die für den Kögel eingeplanten 20 Millionen stattdessen für den Pfleghof einsetzen, wäre das nicht nur eine Investition in eine zukunftsfähige Bücherei, in Modernisierung und mehr Barrierefreiheit, sondern auch in das, was Esslingen so unverwechselbar macht: eine historische Altstadt mit Charme.

Kögel

Eine umstrittene Option

Der Umzug der Esslinger Bibliothek in das ehemalige Modehaus Kögel wurde 2025 im Gemeinderat mit nur einer Stimme Mehrheit beschlossen – die entscheidende Stimme kam vom Oberbürgermeister selbst. Ob die Bürgerinnen und Bürger mehrheitlich für diesen Umzug sind, wird sich erst beim erneuten Bürgerentscheid am 8. März herausstellen.

Keine Erweiterungs­möglichkeit

Eine Bücherei im Kögel hätte weniger Fläche als ursprünglich in Aussicht gestellt: Die Gebäude Fischbrunnenstraße 4 und 4/1 zum Postmichelbrunnen hin fallen weg. Insgesamt würde die Publikumsfläche mit 2.544 m² zwar über der des Pfleghofs (1.820 m²) liegen, aber es gäbe keine zukünftige Erweiterungsmöglichkeit – anders als im Pfleghof, der auf 2.822 m² erweitert werden kann.

Ungewisse Kostenentwicklung

Im Gegensatz zum Pfleghof ist das Kögel-Gebäude keine bekannte Größe, was die Bausubstanz angeht. Die erweiterte Machbarkeitsstudie von 2025 hat im Kögel großen Sanierungsbedarf festgestellt, außerdem sind »mehr Bereiche in den Untergeschossen von Feuchteeintritten betroffen als vermutet« (Stadt Esslingen, Beschlussvorlage SGE/343/2024). Inwieweit sich das auf die zukünftige Nutzung und mögliche Zusatzkosten auswirken wird, ist schwer absehbar.

Eine lächelnde Frau mit dunklem Haar steht mit einem orangefarbenen Wir-und-Sportplätze-Plakat auf dem Esslinger Marktplatz.
Katja Beck

»Themen von besonderer Bedeutung, z. B. die geplante Verlegung der Stadtbücherei zu Kögel − für Summen, die den künftigen Haushalt auf Jahre hoch belasten würden − erfordern die Beteiligung von BürgerInnen. Es betrifft uns schließlich alle, wenn künftig Kassen leer sind und für wichtige Dinge Geld fehlt.«

Sarah Schemske

»Es ist keine Entscheidung zwischen Moderne im Kögel und Altertum im Pfleghof. Denn auch im schönen historischen Pfleghof ist eine zukunftsfähige und erweiterte Bücherei sehr gut möglich.«

Aktuelles zum Bücherei-Entscheid

News

Etatentwurf für den Doppelhaushalt Esslingen

Unsere Sicht auf die Finanzlage der Stadt

In der letzten Gemeinderatssitzung wurde der Etatentwurf für den Doppelhaushalt vorgestellt. Die Verwaltungsspitze will innerhalb der nächsten vier Jahre 200 Stellen streichen.

Noch vor kurzem wollten die großen Fraktionen CDU, Grüne, Freie Wähler und SPD mit dem OB eine zusätzliche Bürgermeisterstelle schaffen. Damit wäre Esslingen, bezogen auf die Einwohnerzahl, eine Stadt mit den meisten Bürgermeisterstellen geworden. Mit viel Engagement und Veröffentlichungen von Bürgerinnen- und Bürgerstimmen konnten WIR mit dazu beitragen, dass diese Idee vom Tisch ist.

Das sind unsere Ziele

1. Esslinger Sportplätze erhalten

VfL Post, Bolzplatz Jugendhaus T1, TV Hegensberg

2. Für eine modernisierte und zukunftsfähige Stadtbücherei

3. Kita-Gebühren senken

4. Mehr Bürgerbeteiligung, Transparenz und Teilhabe

5. Für ein lebenswertes Esslingen

Stadtticket, Naherholung, Freiräume für Kinder und Jugendliche

Das sind wir

WIR und Sportplätze erhalten haben bei der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 zwei Sitze im Esslinger Gemeinderat erhalten. Hermann Beck und Andreas Klöpfer setzen sich im Gemeinderat für die Themen Sportplätze, Bücherei, Kita-Gebühren, Bürgerbeteiligung und lebenswertes Esslingen ein. Herzlichen Dank an alle Wählerinnen und Wähler, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben!

Ein Gruppenbild der Liste WIR und Sportplätze erhalten. Es zeigt lächelnde Menschen vor dem Sportplatz VfL Post in der Esslinger Pliensauvorstadt.
Foto: Uwe Keller
Porträt von Hermann Beck, Kandidat für Wir und Sportplätze erhalten.
Im Gemeinderat

Hermann Beck

Diplom-Verwaltungswirt, zuletzt Geschäftsführer einer Familienbildungsstätte. Ehrenamtlich engagiert beim Turnverein Hegensberg, als Vorleser im Kindergarten und im Förderverein Stadtbücherei; aktiv beim Bündnis für Klimagerechtigkeit.

»Anpacken, mitmachen, mitgestalten. Demokratie lebt vom Engagement der Menschen. Dafür sind neue Beteiligungsformen nötig.«

Porträt von Andreas Klöpfer, Kandidat für Wir und Sportplätze erhalten.
Im Gemeinderat

Andreas Klöpfer

Andreas Klöpfer, 53, eine Tochter, Architekt/Stadtplaner, steht für eine lebenswerte Stadt für ALLE. Für eine sozialverträgliche, partizipative und nachhaltige Stadtentwicklung. Bodenversiegelung begrenzen, ökologisch ausgleichende Freiflächen erhalten, inkl. der Spiel- und Sportflächen!

»Für eine zukunftsgerechte Stadtplanung: Mitbestimmung, Teilhabe und Transparenz.«

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